Artsat
Die Artsat Scheibe befindet sich auf einer Wiese zwischen der Stallbastei und dem Glockenturm auf dem Schlossberg Graz. Es handelst sich dabei um das erste Kunstexperiment in der Geschichte der russischen Weltraumfahrt – durchgeführt im Rahmen der Mission "Austromir-91" mit dem ersten Weltraumflug des Österreichers Franz Viehböck. Die Skulptur repräsentiert die in den Donauwalzer verschlüsselte Botschaft des Kosmonauten bei seinem Überflug Österreichs am 6. Oktober 1991.
Details
Als die Raumstation MIR über Graz flog, sendete sie ein Triggersignal, um eine Textbotschaft von Franz Viehböck zu übermitteln. Diese wurde mit Musik kombiniert, wodurch ein verfremdeter Donauwalzer entstand. Aus dem verfremdeten Klang wurden akustische Parameter per Spektralanalyse erfasst und auf einem PC gespeichert.
Die Botschaft wurde auf einem stummen Klavier visualisiert, als ob eine imaginäre Hand des Kosmonauten darauf spielte. Nachdem die Raumstation den Empfangsbereich verlassen hatte, verarbeitete ein Roboter die Daten und schweißte die verschlüsselte Botschaft auf eine Edelstahlplatte mit 3,5 m Durchmesser. Dieses Kunstwerk, „ASCII-Himmel“ (1991), ist auf dem Grazer Schlossberg zu sehen und erinnert an die historische Funkstation des Ortes.
Video
Am 2. Oktober 1991 flog Franz Viehböck als Teil des österreichisch-russischen Weltraumprojekts AUSTROMIR-91 mit der Sojus TM-13 zur Raumstation MIR. Begleitet wurde er beim Start vom Weltraumbahnhof Baikonur aus von Aleksandr Volkov und Toktar Aubakirov.
Während seines sechstägigen Aufenthalts an Bord der Raumstation MIR führte er insgesamt 15 wissenschaftliche Experimente durch. Am 10. Oktober 1991 kehrte er mit der Sojus TM-12 gemeinsam mit Anatoli Arzebarskij und Toktar Aubakirov sicher zur Erde zurück.
Franz Viehböck wurde damit zum ersten und bislang einzigen Österreicher, der ins All gereist ist.